„Mittendrin im Trubel“

Die Schulassistenz der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven wird zehn Jahre alt

Foto: LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven Schulassistentin der ersten Stunde: Uta Feigl war vor zehn Jahren die erste und einzige Schulassistenz der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven. Mittlerweile begleiten 46 weitere Mitarbeitende Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf an 17 Grund- und weiterführenden Schulen im Nordkreis.

Foto: LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven Ein harmonisches Team: Die Koordinatorinnen Carina Schuller (links) und Annica Wege (rechts) sowie Verwaltungskraft Astrid Cordes (Mitte) bilden das Büroteam der Schulassistenz.

Foto: LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven Enorme Entwicklung: Was 2016 ganz klein anfing, ist zehn Jahre später ein stark wachsender Teil der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven. Am wichtigsten für das Team der Schulassistenz um die Koordinatorin Carina Schuller, die dienstälteste Schulassistenz Uta Feigl, Koordinatorin Annica Wege und Leitung Eeske Claassen (von links nach rechts) sind die Entwicklungen und Erfolge der Schüler:innen.

„Die Zusammenarbeit mit dem Kind ist so bereichernd. Die enge Verbindung, die sich über die Jahre aufbaut, ist einfach nur schön. Jeder Tag ist anders und ich bin mittendrin im Trubel“, lächelt Uta Feigl, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt. Uta Feigl ist bei der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven als Schulassistenz tätig. Sie war die allererste Schulassistentin, als das dezentrale Angebot vor zehn Jahren, am 1. April 2016, offiziell seine Arbeit aufnahm. Schulassistenzen begleiten Kinder mit Unterstützungsbedarf durch den gesamten Schulalltag an Regel- und Förderschulen. Sie sind keine Lehrkräfte, ihre Unterstützung kann sowohl im sozialen und emotionalen Bereich liegen als auch bei der Pflege oder Organisation des Unterrichts. Sie halten sich bewusst im Hintergrund und unterstützen nur bei Bedarf, um den Kindern und Jugendlichen genügend Freiraum für die Entwicklung ihrer Selbständigkeit zu bieten.

Kleiner Anfang mit großer Wirkung

Angefangen hat Uta Feigl bei der LEBENSHILFE im Jahr 2015, wo sie zunächst in der „Auszeit“ tätig war. Diese war ein spezielles Angebot vom Assistenz- und Beratungsdienst MOBILE. Es richtete sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Beeinträchtigung, die für einen kurzen Zeitraum außerhalb der Häuslichkeit betreut und gepflegt werden möchten. „Nach ungefähr einem Jahr kam Volker Wahlers auf mich zu, der damalige Leiter von MOBILE und heutige Geschäftsführer. Die Lebenshilfe hatte die Anfrage für eine Schulassistenz für ein Kind mit Diabetes-Erkrankung erhalten“, erinnert sie sich.

„Die Schulassistenz ist ein dezentrales Assistenzangebot, das zielgerichtete Unterstützung und Förderung genau dort leistet, wo sie gebraucht wird. Ihr Ziel es ist, Teilhabebeschränkungen von Kindern und Jugendlichen zu minimieren oder ganz abzubauen. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Angeboten in unseren eigenen Räumlichkeiten und dient unserem Vorhaben – größtmögliche Teilhabe für alle. Deshalb haben wir uns damals letztendlich für den Start der Schulassistenz entschieden“, konstatiert Volker Wahlers. „Voraussetzung des Kostenträgers war, dass wegen der Diabetes-Erkrankung eine gelernte Kinderkrankenschwester diese Aufgabe übernimmt. Kinderkrankenschwestern oder Kinderkrankenpfleger waren und sind schwierig zu finden. Aber ich habe diese Ausbildung. Nach etwas Bedenkzeit haben wir uns alle dafür entschieden und bereut habe ich es nie“, ergänzt Uta Feigl zufrieden.

Mehr Aufmerksamkeit und starkes Wachstum

Was damals ganz klein anfing, ist zehn Jahre später ein stark wachsender Teil der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven geworden. „Besonders in den vergangenen rund drei Jahren hat das Angebot mehr Aufmerksamkeit bekommen und sich kräftig vergrößert. Wir erhalten Anfragen von allen Seiten“, weiß Eeske Claassen, die seit Juni 2021 die Schulassistenz leitet. Mittlerweile begleiten 47 Mitarbeitende Schüler:innen an 17 Grund- und weiterführenden Schulen im Nordkreis Rotenburg (Wümme). „Regelmäßiger Austausch ist für unser dezentral agierendes Team dabei sehr wichtig. Darum treffen wir uns alle drei Monate jeweils zu einer Dienstbesprechung sowie zu einer kollegialen Beratung.“

Komplettiert wird das Team von drei Bürokräften, die die organisatorischen und administrativen Aufgaben übernehmen. Zu ihnen gehört Astrid Cordes, die ebenfalls seit dem ersten Tag dabei ist. „Seit 2015 bin ich Verwaltungskraft für MOBILE und dann bei der Schulassistenz ein Jahr später mit ‚hineingerutscht‘“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern und fährt fort: „Seither bin ich für beide Dienste tätig. Ich habe den Bereich mit aufgebaut und die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Ich kümmere mich unter anderem um die Stammdaten sowie die Stundennachweise und stehe den Mitarbeitenden bei Fragen zur Verfügung.“

Nur ein Jahr weniger im Team ist Carina Schuller. Angefangen hat sie 2017 als Schulassistentin, bevor sie ein Jahr später die Stelle als Koordinatorin übernahm. „Die Arbeit ist so wunderbar abwechslungsreich. Ich weiß morgens nicht, was den Tag über passieren wird“, lacht sie. „Wir passen als Team hervorragend zusammen und ergänzen uns richtig gut“, findet auch Annica Wege, die seit November 2024 ebenfalls als Koordinatorin tätig ist. Die beiden sind die Ansprechpartnerinnen für Kostenträger, Eltern sowie Mitarbeitende und haben immer ein offenes Ohr. Unter anderem begleiten sie Hilfeplangespräche, in denen die Förderziele besprochen und neu definiert werden, und übernehmen die Personaleinsatzplanung.

Entwicklung ist der größte Erfolg

„Die Schulassistenz ist wie ein ‚Baby‘ für mich. Ich bin stolz auf das Wachstum und die Erfolge bei den Kindern und Jugendlichen, die wir begleiten“, sagt Koordinatorin Carina Schuller. „Die Schritte und die Entwicklung, die sie machen, das ist die beste und wichtigste Bestätigung meiner Arbeit“, findet auch Uta Feigl. Ein Beispiel, auf das das gesamte Team besonders stolz ist, ist ein Kind, das in der Förderschule gestartet ist und bald seinen Realschulabschluss macht – mittlerweile ohne die Begleitung einer Schulassistenz.

Doch die Zukunftsaussichten des Assistenzdienstes sind nicht sorgenfrei. In der derzeit laufenden Sozialstaatsdebatte wird auch eine Streichung von Integrationshilfe und Schulassistenz als Auftrag der Eingliederungshilfe diskutiert. Unterstützung soll dann vollständig von der Schule selbst erbracht werden. „Für eine gemeinsame Weiterentwicklung dieser Form von Bildung und Teilhabe sind wir jederzeit offen, aber nicht für geringere Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf“, fasst Volker Wahlers die Haltung der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven zusammen. Das 10-jährige Jubiläum wird im „kleinen Kreis“ gefeiert. Zudem plant das vielbeschäftigte Team das Bestehen mit inhaltlicher Arbeit zu würdigen: „Wir organisieren derzeit einen Fachtag, der im September stattfinden soll. Sobald wir nähere Informationen haben, geben wir diese umgehend weiter“, erklärt Einrichtungsleitung Eeske Claassen.

 

Weitere Informationen zur Schulassistenz gibt es auf der Internetseite der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven unter:
www.lebenshilfe-bremervoerde.de/unsere-angebote/schulassistenz

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