5 Fragen an... Lina Hamann

„Werkstattbeschäftigte erhalten hier die Möglichkeit, einen Arbeitsprozess von der Herstellung bis zum Verkauf zu erleben und mitzugestalten.“ – Lina Hamann leitet den neuen Werkstattbereich der LEBENSHILFE in Zeven

Gruppenleitung Lina Hamann ist seit Kurzem Teil der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven und baut am neuen Standort eine neue Werkstattgruppe auf.

Seit Ende 2019 entsteht Auf dem Quabben 10 in Zeven ein großer Neubau der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven. Die Arbeiten am Gebäude, welches Wohn- und Werkstattbereich für Menschen mit Behinderungen sowie Beratungs- und Begegnungsstätte vereint, stehen mittlerweile kurz vor der Vollendung.
In dieser Interviewreihe beleuchten Mitarbeitende der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven das vielfältige Projekt unter den Aspekten Wohnen, Arbeiten und Austausch. Im zweiten Teil berichtet Gruppenleitung Lina Hamann über den Werkstattbereich und den angeschlossenen Laden Kreativwerk. Die Zevenerin ist erst seit Kurzem Teil der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven und erlebt gerade eine besonders spannende Zeit, in der sie eine neue Werkstattgruppe an einem neuen Standort aufbaut.

Das Projekt in Zeven umfasst neben dem Wohn- auch einen Werkstattbereich. Was ist hier alles geplant?

Im Werkstattbereich Zeven werden zwölf Menschen mit Behinderungen beschäftigt sein. Ich leite die Gruppe und wir legen hier den Fokus darauf, kreative Arbeitsangebote zu gestalten. Hauptsächlich werden wir Siebdruck-Arbeiten verrichten. Die Beschäftigten können sich mit dem Verfahren vertraut machen, indem sie verschiedene Materialien wie Textilien, Holz oder Keramik bedrucken. Wir sind der erste und einzige Standort des Vördewerk, der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven, der Siebdruck anbietet. Des Weiteren planen wir zu gegebener Zeit weitere Angebote in Zeven, um für die Gruppe einen größtmöglichen kreativen Freiraum zu schaffen, und werden auch Verpackungs- und Montagetätigkeiten übernehmen.
Direkt neben dem Werkstattbereich wird eine Gruppe ihren Platz finden, die tagesstrukturierende Angebote erhält. Das meint einen geregelten Tagesablauf für Menschen mit Behinderungen, die aufgrund ihres Alters, ihrer Behinderung oder ihrer Erkrankung nicht (mehr) am Arbeitsleben teilnehmen können. Eine enge Kooperation zwischen beiden Gruppen soll einen guten Austausch und einen sanften Übergang ins Rentenalter ermöglichen.

Welche Rolle spielt der Werkstattladen Kreativwerk, der aus der Zevener Schulstraße in das neue Gebäude zieht?

Der Werkstattladen Kreativwerk soll alle Interessierten ganz besonders dazu einladen, bei uns vorbeizuschauen. Die Fensterfront zur Straße bietet bereits von außen einen ersten Einblick. Auch im Inneren ist der ganze Bereich sehr offen gestaltet – der Laden ist direkt an die Werkstatt angeschlossen. Die Besucherinnen und Besucher erhalten dadurch gleich einen Eindruck unserer Arbeit und wir schaffen ebenfalls einen Raum für Begegnungen. Einige unserer Beschäftigten werden neben der Arbeit in der Werkstatt auch im Laden die gefertigten Produkte verkaufen. So erhalten sie die Möglichkeit, einen Arbeitsprozess von der Herstellung bis zum Verkauf zu erleben und mitzugestalten.

Welche Bedeutung hat der neue Standort in Zeven für das Vördewerk (Werkstatt für Menschen mit Behinderungen der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven) und seine Beschäftigten?

Entlang der Oste verfügen wir nun über drei wichtige Standorte: Zeven, Selsingen und Bremervörde. Der neue Standort in Zeven hat dabei gleich mehrere Vorteile: Zum einen werden die Fahrtzeiten für die Beschäftigten verkürzt, die aus der Umgebung der „Stadt am Walde“ kommen, und uns steht wesentlich mehr Fläche für die neugeschaffene Montage- und Kreativgruppe zur Verfügung. Speziell durch die neuen Tätigkeiten erweitern wir unser Portfolio und können nun auch direkt Aufträge für Privatkundinnen und -kunden bedienen. Zum anderen ermöglichen wir der Öffentlichkeit einen intensiveren Austausch durch den direkten Kontakt mit unseren Beschäftigten und dem dort tätigen Betreuungspersonal. Unser Ziel ist es, ein nach außen transparenteres Vördewerk zu schaffen.

Die Beschäftigten der Zevener Werkstattgruppe wohnen nicht (alle) im neuen Wohnbereich. Wie wurde die Gruppe zusammengestellt?

Es hatte sich natürlich schon vor einiger Zeit intern bei uns herumgesprochen, dass in Zeven neben dem Wohnhaus auch ein neuer Werkstattbereich entstehen wird, der die Möglichkeit auf kreatives Arbeiten bietet. Deshalb hatten bereits einige Beschäftigte eigeninitiativ ihr Interesse angemeldet. Zusätzlich haben mein Kollege Malte Holsten und ich eine kleine Präsentation für alle Werkstattgruppen erstellt, in der wir über das Projekt in Zeven und die dortigen Arbeitsangebote informiert haben. Alle Beschäftigten erhielten also die Möglichkeit, ihr Interesse zu äußern und sich auf einen der zwölf Plätze in der Werkstattgruppe zu „bewerben“.

Welche Rolle spielt der neue Standort in Zeven für die Logistik der LEBENSHILFE Bremervörde/Zeven und den gesamten Tagesablauf?

Wir gewährleisten aktuell bereits einen täglichen Warenverkehr zwischen den Standorten und verschiedenen Einrichtungsteilen der LEBENSHILFE. Dabei pendelt unser Fahrteam zwischen Selsingen, Bremervörde sowie von Heeslingen bis nach Sittensen. Durch den neuen Standort in Zeven werden wir, gerade durch die wesentlich größere Verkaufsfläche des Kreativwerkes, in der Lage sein, die Verkehrswege sogar zu verkürzen und schneller auf Anfragen von Kundinnen und Kunden zu reagieren. Durch die neuen Lagerräume direkt vor Ort werden zudem weitere Kapazitäten für die Produktions- und Verpackungsgruppen an den anderen Standorten geschaffen.

Im dritten Teil der Interviewreihe über den Neubau in Zeven berichtet der Mitarbeiter im Sozialdienst des Werkstattbereiches Malte Holsten über die Begegnungsangebote vor Ort.

Ihre Ansprechpartner

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Medienkommunikation

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