Frage: Wie sieht euer Alltag aus?
Sabine und Michaela: „Wir frühstücken zusammen, manchmal auch abends. Wir machen die Wohnung sauber, waschen Wäsche, putzen das Klo und säubern das Bad, bei schönem Wetter putzen wir die Fenster – damit es schön glänzt. Wir teilen uns das Einkaufen – Sabine geht alleine und Michaela nimmt auch mal Tina (Alltagsbetreuerin) mit. Aufstehen- frisch machen- zur Arbeit- in die Stadt gehen- Abendbrot essen- Fernsehen- ins Bett.“
Frage: Was ist anders, als vorher?
Sabine: „Es ist hier so schön ruhig, keiner sagt: „Wisch mal das Bad, es ist naß!“, keiner fragt mehr irgendwas, hier kocht man eben selber und isst man was man will.“
Michaela: „Wir haben hier weniger Betreuung: in der AWG kamen die öfter und hier nur wenn was ist.“
Frage: Hättet ihr euch das je erträumen lassen, eine eigene Wohnung zu beziehen?
Sabine: „Wir haben uns Mühe gegeben. Wenn man sich Mühe gibt, schafft man das auch! Ich habe im Wohnheim schon viel gelernt.“
Michaela: „Ja! Ich war früher auch schon oft alleine – hab gekocht und so weiter.“
Frage: Beschreib doch mal das Gefühl!
Sabine: „Das fühlt sich gut an: schön, ruhig, keiner geht einem auf dem Geist!“
Michaela: „Das ist gut! Wir müssen nicht mehr jedem helfen, es ist schön ruhig.“
Frage: Sabine, du hast ja eine steile Karriere hingelegt, vom Wohnheim in die AWG und nun in eine eigene Wohnung. Wie hast du das geschafft?
Sabine: „Ich verdiene jetzt mehr Geld und wohne nun hier. Ich habe vorher alles selber gemacht, ich war immer selbständig. Andere müssen das lernen, das sie alles alleine machen können: dann schaffen sie weiter das Ziel haben alleine zu wohnen.“
Frage: Und was ist dein Geheimrezept, Michaela?
Michaela: „Man muss seine Ziele alle verfolgen, dann schafft man alles!“
Frage: Habt ihr schon Menschen von früher getroffen, die dies nicht für möglich gehalten haben?
Michaela: „Nein, ich nicht!“
Sabine: „Nee, … noch nicht!“
Frage: Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Sabine: „Das ich immer mit Michaela ohne andere alleine wohnen kann.“
Michaela: „Einen neuen Job im Ostel, das es mir dort gut gefällt und dass das Wohnen so bleibt, wie es jetzt ist.“
Frage: Wenn ihr drei Dinge nennen müsst, die man braucht um in einer eigenen Wohnung zu wohnen, was wäre das?
Sabine: „Kochen, damit du was in den Bauch kriegst. Sauber machen, wenn es dreckig ist, sieht nicht so schön aus. Wäsche waschen."
Michaela: „Einkaufen, das Haus sauber halten und pünktlich aufstehen.“
Frage: Noch ein paar abschließende Worte?
Sabine und Michaela: „Die Wohnung ist toll, wir wollen nicht mehr hier weg! Wir bleiben hier, bis wir grau sind…“



