Anfang Juni war es endlich soweit, die erste Exkursion zum Thema des Religionsunterrichts „Die Gemeinde“ in das Haus der Gemeinde sollte statt finden. Wir, die Klasse 2/3b der Helga-Leinung-Schule[1] in der Grundschule Bevern haben uns neugierig und voller Erwartungen zu Fuß auf den Weg gemacht. Wir wollten neben dem Kennen lernen des Gemeindehauses auch noch etwas besonderes herausfinden... Während unseres Fußweges stellten wir fest, dass wichtige Institutionen einer Gemeinde im Zentrum des Dorfes zu sein scheinen, denn auf unserem kurzen Weg lagen die Schule, die Feuerwehr, der Kaufmann. Der Bäcker, die Kirche, die Bushaltestelle, die Telefonzelle, die Verkehrsampel und der Gasthof kamen in Sichtweite. Am Haus der Gemeinde angekommen, wurden wir von der Pastorin begrüßt. Wir begannen sofort mit der Besichtigung aller Räume und fanden heraus, was dort so vor sich geht. Unser besonderes Interesse galt dem Gemeindebüro.
Die Pastorin hat uns viele Bilder und große, ganz alte Bücher gezeigt, in denen alle wichtigen Ereignisse aus dem Leben der Gemeinde festgehalten sein sollten. Das wollten wir genauer wissen und haben uns auf die Suche nach dem Namen eines unserer Mitschüler gemacht. Das Besondere an dieser Angelegenheit, er wurde in der `Heiligen-Kreuz-Kirche´ zu Bevern getauft und musste also in einem dieser dicken Bücher zu finden sein. Viele Namen standen in den dicken Büchern und es hat eine Weile gedauert, aber plötzlich:
Wir entdeckten den Namen unseres Mitschülers auf einer der dicht beschriebenen Seiten! Und nicht nur das, auch die Namen seiner Eltern und das Datum der Taufe waren zu lesen. Das war sehr spannend und unser Mitschüler mächtig stolz!
Sofort stellte sich uns die Frage, wo und wie fand den die Taufe statt? Nachdem wir im Tagungsraum viele Fragen rund um das Haus der Gemeinde stellten und ebenso viele Antworten bekamen, verabredeten wir uns mit der Pastorin zu unserer zweiten Exkursion, einem Besuch in der Kirche. Um unter anderem herauszufinden, was es mit der Taufe auf sich hat. Zum Abschied erhielten wir eine richtige Urkunde, die an unseren Besuch erinnern soll- heute hängt sie natürlich in unserem Klassenraum.
Die Zeit zwischen den Exkursionen hatten wir natürlich genutzt, um uns auf den Besuch in der Kirche vorzubereiten, wir sammelten viele Gedanken, schrieben Ereignisse auf, die in der Kirche stattfinden, überlegten, wer hingeht, auch von uns- und wann, bzw. zu welchen besonderen Ereignissen wir in eine Kirche gegangen sind und mit wem.
Etwa zwei Wochen später holte die Pastorin uns in der Schule ab und wir brachen zu unserer zweiten Exkursion auf, im Gepäck selbst gemalte Bilder der Kirche und natürlich jede Menge Fragen rund um die Kirche.
Unser kurzer Weg führte über die Hauptstraße direkt zur Kirche. Die Pastorin schloss uns mit einem, beeindruckend großen Schlüssel die schwere dunkelgrüne Kirchentür
auf. In der Kirche war es angenehm kühl und still.
Am Eingang standen viele Gesangsbücher und blaue Liedermappen. Der Klang unserer Stimmen war anders als draußen. Besonders laut fanden wir das Handyklingeln, was, so haben wir bei der Gelegenheit gelernt, in der Kirche nicht angesagt ist.
Die Pastorin hat eine Suchaufgabe für uns vorbereitet, wir haben abfotografierte Gegenstände in der Kirche gesucht und tatsächlich alle finden können. Besonders interessant war für uns das Taufbecken, denn hier erfuhren wir nun die Details der Taufe und einige von uns konnten sich erinnern, bei der Taufe ihrer kleineren Geschwister dabei gewesen zu sein.
Unser Mitschüler konnte sich an seine eigene Taufe an diesem Taufstein nicht mehr erinnern, aber dafür gibt es ja das dicke Buch im Gemeindebüro... Wir schauten von der Kanzel herunter und fanden, das man von dort einen guten Blick über die Kirche hat – das war auch schon recht hoch.
Das Micro war abgeschaltet und blieb es leider auch. Wir erfuhren, was es mit den Kreuzen auf sich hat und betrachteten die, auf dem Altar dargestellten Szenen.
Neben vielen Fragen beschäftige uns eine ganz besonders, wer wohnt in der Kirche – wohnt hier Gott?
Wir lernten, das dies der Ort sei, an dem man sich Zeit für sich und Gott nehmen, sich mit Gott „Guten Tag“ sagen, mit Gott sprechen, und Gott danken könne. Und da diese Momente feierliche sind, gibt’s Gottesdienste die man hierzu besuchen und in denen man auch feiern könne.
Und dann überraschte uns die Antwort, jemand wohne im Turm, doch sehr. Wir konnten uns nicht vorstellen, wer dort wohnen könne. Also stiegen wir in den steilen Turm auf und schon auf der zweiten Turmebene fanden wir erste Hinterlassenschaften der unsichtbaren Bewohner. Wir stiegen bis zu den großen alten Glocken auf, die dann auch plötzlich anfingen zur vollen Stunde zu läuten. Ganz schön laut, kein Wunder, dass man wir die Glocken sogar in unserem Klassenraum hören kann. Im Turm war es ordentlich warm und dunkel, wir konnten durch die Lamellen der Fensterläden in Ferne die Schule sehen und tief unten auch die Hauptstraße. Und dann löste die Pastorin das Rätsel der unsichtbaren Turmbewohner auf, sie verriet uns, dass ganz oben im Turm Fledermäuse wohnen, die aber- das ist ja bekannt, den Tag verschlafen und erst abends aktiv werden. Wir stiegen die steilen Treppen wieder ab und bewunderten auf dem Weg nach unten die langen Orgelpfeifen.
Wieder unten angekommen zeigte uns die Pastorin ihre besondere Kleidung- ein langes schwarzes Gewand, und erklärte uns, was es damit auf sich habe: Früher trugen Würdenträger vieler Professionen solche oder ähnliche Kleidung und in der Kirche habe man diese Tradition erhalten.
Zum Abschied schenkte uns die Pastorin die Fotos der Suchaufgabe und gab uns als Hausaufgabe auf, die Bewohner des Turms auf unsere selbstgemalten Bilder der Beverner Kirche zu malen.


