Lebenshilfe Bremervörde/Zeven

 
Übergang Schule - Beruf / Wohnen

Schülerinnen und Schüler der ASS  besuchen zwei Außenwohngruppen (AWG) in Bremervörde.

 Vor unserem Besuch haben wir uns Gedanken gemacht, was wir wissen wollen. Dann haben wir Fragen formuliert und konnten auch alle Fragen stellen.

 Frage: „Dürfen Sie selber bestimmen, wann Sie abends ins Bett gehen? Oder müssen Sie zu einer bestimmten Uhrzeit in Ihrem Zimmer sein?“

 Antwort: „Ja. Wir müssen in der Woche ab 22.00 Uhr in der AWG sein, damit niemand gestört wird, wenn er schlafen möchte. Wann wir ins Bett gehen bestimmen wir selber. Wir müssen morgens alleine aufstehen und pünktlich auf der Arbeit sein.“

 Frage: „Dürfen Sie abends ausgehen? Wenn ja wie lange?“

Antwort: „Ja. Wir haben uns in unserer Hausordnung geeinigt, dass wir, wie schon gesagt, in der Woche um 22.00 Uhr im Haus. An den Wochenenden dürfen wir länger weg sein. Wir müssen uns abmelden und sagen, wo wir hingehen. Damit alle im Notfall wissen, wo wir sind.“

 

 

 

Frage: „Dürfen Sie Besuch haben? Wenn ja wie lange?

 Antwort: „Ja. Der Besuch, den wir immer vorstellen müssen, darf in der Woche bis 22.30 Uhr bleiben. Am Wochenende darf der Besuch auch, nach Absprache mit unseren Betreuerinnen und Betreuern, auch über Nacht bleiben.“

 Frage: „Bestimmen Sie selber  -  was Sie anziehen?  -  was Sie kochen?  -  was Sie im Fernsehen sehen? Welche Aufgaben Sie übernehmen? Wie zum Beispiel Kochen, Putzen, Einkaufen? Wie oft und wie lange Sie ihre Familie besuchen?

 Antwort: „Was wir anziehen, bestimmen wir selber. Beim Kochen entscheiden wir meistens gemeinsam, damit nicht jeder für sich alleine kochen und essen muss.

 Wir haben alle einen Fernseher in unseren Zimmern, deshalb können wir alleine entscheiden, was wir sehen möchten.

 Es gibt einen Ämterplan. Hier ist eingetragen, wer, wann, welchen Dienst hat. Hier ist geregelt wer für die Küche, das Bad und WC, den Flur, die Stube, das Treppenhaus und so weiter zuständig ist. Wir können aber untereinander tauschen.“

 

Frage: „Dürfen Sie im Haus rauchen?“

Antwort: „Nein. Wir haben eine eigene Hausordnung. Darin haben wir uns darauf geeinigt, dass wir im Haus nicht rauchen. Wir haben einen großen überdachten Balkon, da dürfen wir rauchen.

In dieser Hausordnung ist auch der Alkoholkonsum im Haus geregelt. Wir trinken schon `mal ein Bier oder ein Glas Sekt. Wer sich regelmäßig betrinkt, kann nicht bei uns wohnen.“

 Frage: „Wieviel Geld kostet es hier zu wohnen und wie bezahlen Sie es?“

 Antwort: „Das wissen wir nicht genau. Die Kosten werden von den Ämtern übernommen. Anträge können beim Sozial- und Gesundheitsamt gestellt werden.“

 Frage: „Dürfen Sie selber entscheiden für was Sie Ihr übriges Geld ausgeben?“

Antwort: „Wir erhalten ein monatliches Taschengeld. Dieses Geld steht uns zur freien Verfügung. Bei Bedarf werden wir unterstützt. Wir können zum Beispiel sagen, dass wir jede Woche nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung haben möchten.“

 Frage: „Wir wissen, dass auch hier eine Betreuung ist. Bei welchen Angelegenheiten unterstützt sie Sie? Wie oft besucht Sie Sie?“

Antwort: „Sie unterstützen uns bei dem „alltäglichem Papierkram“. Sie sind täglich ca. 4 Stunden bei uns in der Wohngruppe. An den Wochenenden ist es unterschiedlich. Auf der Bewohnerbesprechung überlegen wir, wann am Wochenende Unterstützung gebraucht wird.

Frage: „ Benötigen Sie alle eine Unterstützung durch Bezugsbetreuerinnen oder Betreuer?“

Antwort: „Wir haben alle einen gesetzlichen Betreuer. Diese sind zum Beispiel zuständig für die Anträge, dass wir in dieser AWG leben können und so weiter.

Es gibt aber auch noch einen Heimbeirat. An diesen können wir uns wenden, wenn es Probleme gibt. Einen Heimbeirat muss man sich vorstellen, wie bei Euch die Klassensprecherinnen und Klassensprecher.“

Frage: „Wir haben gehört, dass wir erst ein Wohntraining in einem Wohnhaus machen müssen? Stimmt das?“

Antwort: „Nein. Einige sind direkt in eine AWG gezogen. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner stimmt das. Sie haben zuerst ein Wohntraining in einem Wohnhaus gemacht.“

Frage: „Kann jeder in eine Außenwohngruppe einziehen? Wenn wir hier leben wollen, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?“

Antwort: „Ihr müsst Euch in unserer AWG vorstellen. Wir entscheiden dann gemeinsam, wer zu uns passt. Wer noch nicht ganz selbständig kochen, waschen und so weiter kann, bekommt Unterstützung. Dieses wird dann intensiv mit den Betreuerinnen und Betreuern unserer AWG eingeübt.

Wichtig ist auch, dass man verantwortlich mit seiner Freizeit umgehen kann und sich an Absprachen hält.“

Frage: „Wenn man in eine Außenwohngruppe einzieht, darf man dann eigene Sachen, wie zum Beispiel Fernseher, Radio, Möbel mitbringen?“

Antwort: „Ja, das darf man.“

Frage: „Wenn Sie Streit haben, was ja mal vorkommen kann, wie gehen Sie damit um?“

Antwort: „Nach Möglichkeit versuchen wir das unter uns zu klären. Die Betreuung in der AWG bietet aber auch Unterstützung an.“

An diesem Tag haben wir viel Interessantes über Außenwohngruppen erfahren. Zum Abschluss haben wir uns für die nette Bewirtung bedankt.

Hei